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Lamm Dörnach

Gebäude

Karte-1844

Ortskarte von 1844

Das „Lamm“ war Mitte des 19. Jahrhunderts die einzige Schankwirtschaft in Dörnach, was auch in der Beschreibung des Oberamts Tübingen von 1867 dokumentiert ist: ‚eine Schildwirthschaft besteht‘.
Im Gebäudekataster ist die Wirtschaft als ‚Zweistöckiges Wohnhaus mit größerem gewölbten Keller und steinerner Fußmauer‘ beschrieben und wurde in den Jahren 1842/43 als Haus Nr. 46 ‚oben im Dorf‚ erbaut.
Wie auf dem Ortsplan von 1844 zu erkennen ist, war es das erste Gebäude, das in diesem nordöstlichen Gemeindeteil gebaut wurde.

Besitzer war der 1814 geborene Christian Friedrich Mohl, Küfer und Bierbrauer aus Urach. In den folgenden Jahren wurde das Haus, das an der ‚Vicinal Strasse von Gniebel nach Dörnach‘ lag, immer wieder vergrößert.

Der gelernte Bierbrauer Mohl plante einst seine eigene Brauerei zu errichten und baute deshalb auch den sehr großen Gewölbekeller. Alleine für die Errichtung des Kellers wurden zwei Jahre benötigt. Seine Pläne konnte Christian Mohl letztlich doch nicht umsetzen. Aber während des Krieges bot der Keller bei Fliegeralarm ausreichend Platz für Schüler und Lehrer der nahe liegenden Schule.

 

 

Aufriss-Lamm-1856

Aufriss 1856

 

Im Güterbuch von 1868 ist das gebäude schon um eine ‚zweistockige Scheuer unter einem Dach mit angebauter Remise‘ erweitert, die fast so groß wie das eigentliche Wohnhaus war (siehe Aufriß von 1856). In den unteren Räumen hatte Mohl seine Küferwerkstatt eingerichtet.

Das Haus wurde ‚1894 an den Tochtermann Johannes Heim von Walddorf verkauft‘.
Im selben Jahr verstarb Christian Mohl, der auch Schultheiß von Dörnach war.

Die Wirtschaftsräume im Lamm, mittlerweile zur Gniebeler Str. 46 geworden, lagen im ersten Stock.

Wirte

Obwohl keine Erlaubnisurkunden mehr vorliegen, kann davon ausgegangen werden, dass bereits Christian Mohl eine Schankwirtschaft betrieben hat. In den Büchern ist er als ‚Schultheiß und Wirth‘ geführt. Als Küfer und Bierbrauer war es nur naheliegend, dass er den Bewohnern auch einen Ausschank bot.

Zweiter Lammwirt war Johannes Heim, Bauer und Wirt, der dann auch in dem seit 1902 geführten Verzeichnis über Gast- und Schankwirtschaften eingetragen ist.

Gastwirtschaft Lamm in Dörnach (Ausschnitt aus Postkarte, Quelle: Ahnenhaus Pliezhausen)

Am 24. Januar 1936 wird als nächstem Lammwirt  Eugen Heim, Metzger und Landwirt, vom Württembergischen Oberamt Tübingen die Erlaubnis erteilt, die ‚Schankwirtschaft zum Lamm‘ zu betreiben.

Das Lamm war in frühen Jahren Treffpunkt der Männer, die sich an diesem Umschlagplatz für Neuigkeiten aus Dorf und Land bei einem Bier und vielleicht einem einfachen Vesper zusammen setzten. Wurde einmal ein größeres Fest im Lamm gefeiert, half die Verwandtschaft in Küche und Wirtschaft mit.

Zuletzt wurde das Lamm dann bis zur Schließung von Hildegard Heim betrieben.

 

Quellen:
Gemeindearchiv Pliezhausen/Dörnach
Ahnenhaus Pliezhausen/H. Brändle, H. Tiefenbach