Burg Mörsberg

Allgemein

Um die Burg Mörsberg oder „Pliezburg“, wie sie im Volksmund genannt wird, ranken sich einige Geschichten, Sagen, Vermutungen und Ungewissheiten. Eine erste Erwähnung in der jüngeren Zeit findet man in der Oberamtsbeschreibung Tübingen von 1867, ohne dass hierbei jedoch ein Name erwähnt wurde. Erst 90 Jahre später rückte die ehemalige Burg wieder in den Blickpunkt, …

Lage und Beschreibung

Die mittelalterliche Burg Mörsberg stand, nordöstlich von Pliezhausen gelegen, auf der Gemarkung Dörnach im Gewann Wasserfall auf einem kleinen auslaufenden Bergrücken oberhalb des Merzenbachtals an dessen Einmündung in das Neckartal. Spuren der Burganlage sind heute noch sichtbar, wenngleich die bei Grabungsarbeiten entdeckten Überreste eines Steingebäudes der Vorburg dem ehemaligen Steinbruchbetrieb zum Opfer fiel. Die heute …

Hinweise auf die Burganlage

Literatur und Urkunden In der Oberamtsbeschreibung von Tübingen aus dem Jahr 1867 ist der erste Hinweis auf eine Burg in Pliezhausen vorhanden: „In dem 1⁄4 Stunde nordöstlich vom Ort gelegenen Schelmenwald stand eine Burg, von der noch Ueberreste des Burggrabens und der Kellergewölbe vorhanden sind“. Die archäologischen Hinweise auf diese mittelalterliche Burg sind zwar vorhanden, aber insgesamt …

Erbauung und Abgang der Burganlage

Exakte Aussagen zu Baubeginn oder Abgang sind nicht möglich, da hierzu keine eindeutigen Quellen vorliegen. Insofern sind bisher erfolgte konkrete Jahresangaben hierzu mit einem Fragezeichen zu versehen. Name und Erbauer Über den Erbauer sind ebenfalls keine eindeutigen Quellen vorhanden. Somit bleibt es letztlich bei Vermutungen und Wahrscheinlichkeiten, die sich aus einer Reihe von Indizien ergeben. …

Besitzer

Geschlecht Nellenburg/Mörsberg Adalbert von Mörsberg hatte keine männlichen Nachfahren. Nach seinem Tod hatte Graf Eberhard von Nellenburg, der Sohn seines Bruders, die Vogtei bis zum Jahr 1167 inne gehabt. Nach dessen Tod endet um 1170 diese Linie der Nellenburger. Die Tochter von Adalbert, Mechthild, heiratete den Grafen Meinhard von Sponheim (geboren um 1085, gestorben um …

Heute noch sichtbare Spuren

Burgstall Von der ehemalige Zufahrt zum Steinbruch aus trifft man auf dem Bergsporn auf den Bereich, auf dem möglicherweise der Burgfried stand. Eindeutig lässt sich dies jedoch nicht mehr klären, da das restliche Burggelände dem Steinbruchbetrieb zum Opfer gefallen ist.   Links vorbei ragen mächtige Felsstücke des Sandsteins aus der Erde, möglicherweise wurde hier bei den Steinbrucharbeiten ein …

Kartierung

Kartierung Um einen Überblick über die Anlage zu erhalten, wurde vom Burgstall Mörsberg mit einfachen messtechnischen Mitteln eine Lageskizze im Maßstab von 1:200 gefertigt. Die Größe des inneren Burgbereichs betrug demnach in Ost-West-Richtung ca. 100-120 Meter, in Nord-Süd-Richtung ca. 60 Meter. An der Stelle des Gebäudes, auf dessen Grundmauern man 1957 gestoßen ist, befindet sich heute …

Literatur und Quellen

Baden-Württemberg et. al.: Der Landkreis Reutlingen, Sigmaringen 1997. Brants, Walter: Pliezhausen – Von der Steinzeit bis zur Gegenwart, Pliezhausen 2008. Brants, Walter/Flach, Fritz: Mittelstadt in Vergangenheit und Gegenwart., Mittelstadt 1965. Gallmann, Heinz: Das Stifterbuch des Klosters Allerheiligen zu Schaffhausen: kritische Neuedition und sprachliche Einordnung, Berlin ; New York 1994. Gemeindearchiv Pliezhausen: Lehenbeschreibung Pliezhausens 1758. Grees, Hermann …