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Heute noch sichtbare Spuren

Burgstall

Von der ehemalige Zufahrt zum Steinbruch aus trifft man auf dem Bergsporn auf den Bereich, auf dem möglicherweise der Burgfried stand. Eindeutig lässt sich dies jedoch nicht mehr klären, da das restliche Burggelände dem Steinbruchbetrieb zum Opfer gefallen ist.

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Links vorbei ragen mächtige Felsstücke des Sandsteins aus der Erde, möglicherweise wurde hier bei den Steinbrucharbeiten ein Teil des Bergsporns abgetragen. Geht man jedoch dem Hang folgend rechts vorbei, trifft man gleich auf den ersten unmittelbar um den Burgfried verlaufenden Graben und den sich anschließenden Wall.

 

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Hang abwärts verläuft ein Weg, der neuzeitlichen Ursprungs ist. Weiter in Richtung Osten gehend biegt der Graben und Wall in nördliche Richtung ein, es schließt sich ein weiterer Graben an. An der südöstlichen Seite des Burghügels sind noch Reste einer Mauer vorhanden.

 

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Auf dem Burgfried selbst liegen verstreut etliche Steinbrocken aus Sandstein, von denen der eine oder andere noch Spuren einer Bearbeitung zeigt. Auch im Abhang finden sich Steine, die auf frühere Mauersteine hinweisen könnten. Teilweise sind sie halb im Erdreich versunken.

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Bei dem in das Plateau des Burgfrieds hinein ragenden Graben an der Nordseite dürfte es sich um eine in jüngerer Zeit angelegte Steingrube handeln.

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Zwischen dem inneren und äußeren Graben befindet sich direkt östlich an der Wallkrone eine auffällig plane Fläche von ca. 3 x 7 Meter, die auf einen möglichen Gebäudestandort hindeutet.

 

Schutthügel

Im Bereich des nördlichen Hangs hin zum Merzenbach kann man sehr gut die auch auf dem LIDAR-Scan erkennbaren Erdanhäufungen, sog. Schutthügel, ausmachen. Diese Ablagerungen von Erde, die aus der Anlage der Gräben stammt, ragen im Bereich der ersten östlichsten Anhäufung ca. 25 m weit in den Hang zum Merzenbach hinein, die zweite Stelle ragt ca. 30 m weit in den steil abfallenden Hang. Die dritte Stelle ganz im Westen ragt ebenfalls etliche Meter aber nicht ganz so gut erkennbar in den dort schon flacheren Hang hinein.

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Mauerreste

Ganz im Westen am Rand zu den Feldern sind im oberen Bereich der Abbruchkante des früheren Steinbruchs noch Reste einer Trockenmauer erkennbar, deren Herkunft und Zweck bislang ungeklärt ist. Fraglich, ob sie überhaupt zur eigentlichen Burganlage gehört hat, es könnte sich durchaus um eine Hangbefestigung für den Weg gehandelt haben, der zu den Feldern hinaufgeführt hat und in der Katasterkarte 1898 eingetragen ist.

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Fundstücke

Im Bereich des Turmbergs und dem anschließenden Graben konnten etliche Ziegelreste und vereinzelt auch Keramikscherben gefunden werden.

Eine Begutachtung der Keramikscherben weist auf hochmittelalterliche gelbe Drehscheibenware und spätmittelalterliche graue Drehscheibenware hin. Vom Regierungspräsidium Tübingen wurden die Gefäßstücke ins 13. Jahrhundert datiert, Scherben mit Kalksteineinschlüssen sind sogenannte Albware/Grauware und stammen aus dem 12. Jahrhundert.

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Einige der Ziegelstücke deuten auf Grund der schwarzen Verfärbungen auf ein Feuer hin. Ein größerer Klumpen mit mehreren aneinander „geklebten“ Ziegelstücken weist deutliche Zeichen der Versinterung auf, was auf sehr große Hitze hindeutet, wie sie z.B. bei einem Brand entsteht. Möglicherweise kam dies dadurch zustande, dass große Teile des Gebäudes oder Turms, in dem auch viel Holz verbaut war, gebrannt hatten.

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Durch die Funde und deren Datierung ist indes der vermutete Zeitraum für die Besiedelung der Burganlage bestätigt.