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Erbauung und Abgang der Burganlage

Exakte Aussagen zu Baubeginn oder Abgang sind nicht möglich, da hierzu keine eindeutigen Quellen vorliegen. Insofern sind bisher erfolgte konkrete Jahresangaben hierzu mit einem Fragezeichen zu versehen.

Name und Erbauer

Über den Erbauer sind ebenfalls keine eindeutigen Quellen vorhanden. Somit bleibt es letztlich bei Vermutungen und Wahrscheinlichkeiten, die sich aus einer Reihe von Indizien ergeben.

Ein erster Hinweis ist der Name der Burg, den Dr. Jänichen als „auffällig“ bezeichnete und mit den Herren von Mörsberg in Verbindung bringt. Hierzu muss
man einen Blick auf die damaligen Besitzverhältnisse in und um Pliezhausen werfen.

Im Jahre 1092 schenkte Werner von Kirchheim (Kirchen bei Ehingen) zusammen mit seiner Mutter Richinza dem Kloster Allerheiligen bei Schaffhausen seinen Besitz in Pliezhausen und Bütensulz. Die Schutzherren und Vögte des Klosters Allerheiligen kamen aus dem Nellenburger Geschlecht. In der Zeit von 1094 – 1167 waren dies die Herren von Mörsberg und Bürgeln. Auch Adalbert von Mörsberg, geboren um 1070 und gestorben um 1124/27, gehörte dieser mächtigen Adelsfamilie der Nellenburger an. Auf seinen Besitzungen in Schwaben, der Schweiz und Lothringen baute er Burgen oder übernahm sie und benannte sie nach einer Stammburg, deren Name Mörsberg ist. Ein Hauptsitz war das „castrum Mörsberg“ bei Pfirt, als weitere mögliche Stammburg gilt die Burg der Herren von Winterthur, die Adalbert zur Sicherung seines Besitzes ausbaute und dann auch den Namen Mörsberg trug.  Als Graf von Mörsberg ist Adalbert erst ab 1105/1111 bekannt, als er die Burg bei Pfirt übernahm und sich fortan „Adalbert von Mörsberg“ nannte.

 

Pliezhausen galt neben den anderen Besitzungen im Neckarraum, die für das Kloster aus wirtschaftlicher Sicht eine große Bedeutung hatten, als Hauptverwaltungssitz des Klosters. Es kann angenommen werden, dass zum Schutz und zur Verwaltung dieses Besitzes im Neckarraum in dessen Zentrum eine Burg gebaut wurde. Daraus folgernd besteht durchaus die Wahrscheinlichkeit, dass der Klostervogt und Schutzherr Adalbert diese Burg hier erbauen ließ und darauf, wie auch auf seine andere Burgen, den Namen Mörsberg übertragen hat. Allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass die hiesige Burg Mörsberg in der Literatur zu Kloster Allerheiligen oder zur Person Adalbert bislang nicht erwähnt worden ist.

Zeitpunkt der Erbauung

Als frühester Zeitpunkt der Erbauung der Burg Mörsberg in Pliezhausen darf aus der vorgenannten Namensführung herleitend 1105/11 angenommen werden. Das genaue Todesdatum von Adalbert ist nicht bekannt, ein versch. Quellen werden Daten zwischen 1124 und 1127 genannt. Somit ist anzunehmen, dass die Burganlage frühestens um 1105 und spätestens um 1124-1127 erbaut worden ist.

Abgang der Burganlage

Ebensowenig wie das genaue Datum der Erbauung ist der Abgang der Burganlage bekannt.

Das einzige Dokument, das auf einen Abgang hinweist, ist die Urkunde des ‚Konrad der Kircher von Nürtingen‘ von 1334, in der „wüste Felder“ genannt werden. Daraus kann allenfalls gefolgert werden, dass zumindest die landwirtschaftliche Nutzung aufgegeben war. Ob die Burg selbst noch benutzt und bewohnt war, lässt sich daraus nicht schließen, zumal der Name „Mörsberg“ auch noch in den Folgejahren auftritt. Jänichen vermerkt, dass die Burgherren ihren Wohnsitz bereits 1349 wieder nach Wurmlingen verlegt hatten. Über eine anschließende Nutzung oder Übergabe an andere Besitzer ist nichts bekannt.

Die Burg dürfte somit in der Zeit zwischen 1334 und 1349 abgegangen sein.

Ungeklärt ist, ob die Burganlage zerstört oder aufgegeben und später abgetragen wurde.